Luxemburg im tiefsten Mittelalter

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Seit Beginn des neuen Jahres dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Luxemburg heiraten. Man könnte also davon ausgehen, dass Luxemburg endlich im 21. Jahrhundert angekommen ist. Verschiedene Reaktionen auf die erste Hochzeit eines homosexuellen Paares, die von den Medien verfolgt wurde, zeigen jedoch ein anderes Bild: Manche Menschen sind tief im Mittelalter feststecken geblieben.

„Haben wir denn sonst keine Probleme?“, ist eine biedere Aussage, die beweist, dass manche sich einfach nicht über das Glück anderer freuen können. Ich bin zufrieden damit, dass der Staat keinen Unterschied mehr zwischen homo- und heterosexuellen Paaren macht und jedem Paar die gleichen Rechte zugesteht. Des Weiteren ist es völlig normal, dass der ersten Hochzeit eines gleichgeschlechtlichen Paares mehr mediale Aufmerksamkeit zuteilwird, als einer bisher gewöhnlichen Hochzeit, unabhängig davon ob es jemanden interessiert. Als ähnliches Beispiel könnte das erstgeborene Kind eines Jahres angeführt werden, das eine ähnlich große mediale Aufmerksamkeit bekommt.

Auf die bisher harmloseren Aussagen folgt ein Kommentar des luxemburgischen Abgeordneten der ADR Fernand Kartheiser. Er schrieb: „aremt lëtzebuerg! ech si frou an der chamber géint sou bestietnisser gestëmmt ze hunn.“. Herr Kartheiser, inwieweit rechtfertigt die Erweiterung der gesetzlichen Hochzeit auf gleichgeschlechtliche Paare die Verkündung eines „armen Luxemburgs“? Hat sich die kulturelle Vielfalt Luxemburgs durch die Öffnung der Ehe nicht sogar vergrößert? Dank Ihren Aussagen haben sie die ADR zum Sammelbecken für homo- und xenophobe Menschen degradiert.

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Nun zu den latent homophoben Kommentaren. Dazu reihen sich eine ganze Menge, lässt man aber von den Zahlreichen ab in denen „Krank“ oder „Ekelhaft“ steht, stechen einem einige ganz besonders stark ins Auge. So wurde Homosexualität mehrmals als Krankheit denunziert und die gleichgeschlechtliche Ehe als eine Beleidigung Gottes empfunden, sie sei schlicht gegen die Natur. Jemand schrieb: „Homophob an stolz drop“. Verschiedene Menschen schrecken also nicht einmal davor zurück, ihre Intoleranz öffentlich zu bekennen. Zudem wurde der luxemburgische Premierminister sehr schlimm beleidigt und ihm wurde unterstellt, dass seine Homosexualität der einzige Grund dafür sei, dass die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt wurde, obwohl das Gesetz schon weitestgehend von der vorherigen Regierung vorbereitet worden war.

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Wie ist es möglich, dass Menschen im Zeitalter von Technik und Weltoffenheit sich an veraltete Prinzipien klammeren? Dies ist weitestgehend auf die Unzufriedenheit und Beschränktheit des Denkens dieser Menschen zurückzuführen. Viele heterosexuelle Ehen enden heutzutage in der Scheidung, es fällt immer schwerer, einen geeigneten Partner zu finden. Der Neid treibt einen dazu über Menschen herzufallen, die ihr Glück gefunden haben, selbst sucht man aber noch verzweifelt danach. Des Weiteren verbergen verschiedene Menschen durch homophobe Sprüche ihre eigene Homosexualität, weil sie sich nicht trauen einzugestehen, dass es völlig normal ist, jemanden des gleichen Geschlechts attraktiv zu finden. Andere wiederum sind schlicht und einfach nicht in der Lage den Wandel der Gesellschaft zu tolerieren, unabhängig davon, auf welche Art und Weise er sie betrifft. Ich kann allen nur wärmstens empfehlen, sich mit anderen zu freuen, da sie so selbst zu glücklicheren Menschen werden, anstatt verbitterte Konservative oder Homophobe zu sein.

Obwohl man sich stundenlang über die homophoben Kommentare aufregen könnte, will ich davon ablassen und mich bei den vielen Menschen bedanken, die sich mit dem frisch verheirateten Paar gefreut haben und versucht haben sich gegen die homophoben Kommentare zu wehren. Auch wenn diese Kommentare mir einen gewaltigen Schrecken eingejagt haben, glaube ich, dass die inzwischen über 2000 Likes des RTL-Artikels der Hochzeit auf Facebook zeigen, dass die Anzahl der toleranten Menschen weitaus größer ist, als die der Intoleranten.

  1. Max

    Majo wad soll een dann dozou soen , op dei genannten Homophoben elo onzefrieden an hierem ,,liebesleben“ sin oder iergentwei eng art neid hun dann sollen se menger menung no mol aus eischt bei sech selwer den fehler sichen , hier Problemer leisen an kuken dass se zefrieden gin . Aplatz op aneren remzehacken , ausserdem geht een eh dann nemmen kritiseiert dursch esou aussoen wei ,,scheiss schwuchtel etc.“ , also kann een io schon domader ufenken , oder soll sueppes attraktiv sin vir een framensch zegesin dass den typ esou weineg an der bier huet ?
    Op alle Fall , wann eng persoun mengt , homosexueller wieren op iergentenger art Sündiger , sin ech ma secher dass dei mejt schon mei ,,gesündigt“ hun op enger art a weis wei elo eng persoun dei vir anerer ,,sündiger“ sin nemmen well se homosexuell sin !

    Bei dommen kommis , trefft den sproch ,,ech lossen mech net op dain nivo roof “ ziemlech zou , also I don`t care .

    I’m into myself in the most precious way .

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  2. Joe Kirtz

    Leider ass den s.g. “Herdentrieb” vum Mëttelalter an nach méi fréi nach ëmmer an de Leit. Hëllef dozou hun se dun och nach vun der schwarzer Pest kritt. Et ass net einfach sech bei der schwarzer Pest unzebiederen an dann och nach zu der normaler zwëschenmënschlecher Léift ze stoen. Die Angst di seit jéhär virun der Kirch bestéed ass vlt. eng Ursaach haut vun hierem Handelen. Dofir Kim, du bass nach jonk, wann deng Foto aktuell ass, schaff mat drunn ALL Reliounen of ze schaafen. Et ass daat den Ufank fir dém homophoben Handelen eng Barrière ze setzen.

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  3. Georges Kesseler

    wouhinner sou eng Mëttelalter Denkweis féiert, wann dei Leit sech radikaliseiren ann anstatt simpel Schwerter, heiteg Krichswaffen benotzen, hu mer elo graad missen zu Parais gesinn.

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  4. Jeff

    Wei kann een eppes als Veraltert ugesinn, waat nach emmer d’Majoritéit vun der Weltbevölkerung fir richteg hällt ?

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