Luxemburgische Regierung und Kammer in sozialen Netzwerken

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Im Koalitionsvertrag der luxemburgischen Regierung stand, dass mehr auf viel verschiedene Medien zurückgegriffen werden soll, um den Bürgern qualitativ hochwertige Informationen mitzuteilen. Tatsächlich ist die Regierung in den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook vertreten. Dies gilt jedoch nur für informative Zwecke, kontroverse Debatten werden nicht angestoßen. Falls doch mal Diskussionen entstehen, kümmert es die Betreiber des Accounts kaum. Das Gleiche gilt für die Accounts der luxemburgischen Kammer. Verschiedene Mitglieder der Regierung oder der Kammer können aber auch persönlich in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter angetroffen werden.

Wer ist in welchen sozialen Netzwerken vertreten?

Regierung

Name Partei Facebook Twitter
Xavier Bettel DP x x
Étienne Schneider LSAP x x
Jean Asselborn LSAP
Félix Braz déi gréng x
Nicolas Schmit LSAP x
Romain Schneider LSAP x
Francois Bausch déi gréng x x
Fernand Etgen DP x x
Maggy Nagel DP x
Pierre Gramegna DP
Lydia Mutsch LSAP
Dan Kersch LSAP x
Claude Meisch DP
Corinne Cahen DP x x
Carole Dieschbourg déi gréng x
Camille Gira déi gréng
Francine Closener LSAP x x
Marc Hansen DP x

Kammer

Name Partei Facebook Twitter
Eugène Berger DP x x
Guy Arendt DP x
André Bauler DP
Gilles Baum DP x x
Simone Beissel DP x (x)
Anne Brasseur DP x
Lex Delles DP x x
Joëlle Elvinger DP x x
Gusty Graas DP x
Max Hahn DP x x
Alexander Krieps DP
Edy Mertens DP
Lydie Polfer DP x
Alex Bodry LSAP x x
Marc Angel LSAP x x
Frank Arndt LSAP x
Taina Bofferding LSAP x
Tess Burton LSAP x
Yves Cruchten LSAP x x
Claudia Dall’Agnol LSAP x
Mars Di Bartolomeo LSAP x (x)
Georges Engel LSAP x x
Franz Fayot LSAP x x
Claude Haagen LSAP x
Cécile Hemmen LSAP x x
Roger Negri LSAP x x
Viviane Loschetter déi gréng x x
Claude Adam déi gréng x x
Gérard Anzia déi gréng x
Henri Kox déi gréng x
Josée Lorsché déi gréng x
Roberto Traversini déi gréng x (x)
Claude Wiseler CSV x
Diane Adehm CSV x
Sylvie Andrich-Duval CSV x x
Nancy Arendt CSV x
Emile Eicher CSV x
Félix Eischen CSV x
Léon Gloden CSV x
Jean-Marie Halsdorf CSV x
Martine Hansen CSV x
Francoise Hetto-Gaasch CSV x x
Aly Kaes CSV
Marc Lies CSV x
Martine Mergen CSV x (x)
Paul-Henri Meyers CSV
Octavie Modert CSV
Laurent Mosar CSV x
Marcel Oberweis CSV x (x)
Gilles Roth CSV x
Marco Schank CSV
Marc Spautz CSV x x
Serge Wilmes CSV x x
Michel Wolter CSV x x
Laurent Zeimet CSV x x
Gast Gybérien ADR
Fernand Kartheiser ADR x
Roy Reding ADR x x
Justin Turpel déi Lénk x x
Serge Urbany déi Lénk x

Legende:            x = in dem sozialen Netzwerk vertreten
(x) = Accounts können nicht eindeutig dem Politiker zugeordnet werden

Diese Daten kann man einfach in jeweils einem Diagramm zusammenfassen, um zu sehen, wie viele Mitglieder der verschiedenen Institutionen tatsächlich in sozialen Netzwerken vertreten sind.

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Ich habe insgesamt und jeweils pro Partei den Anteil der Regierungsmitglieder und Abgeordneten berechnet, die soziale Netzwerke benutzen und die Resultate in Tabellen zusammengefasst:

Anteil der Regierungsmitglieder die soziale Netzwerke benutzen

  Anteil auf Facebook [%] Anteil auf Twitter [%] Altersdurchschnitt [Jahre]
Regierungsmitglieder 61,11 44,44 50,28
DP 71,43 42,86 48,14
LSAP 57,14 42,86 52,71
déi gréng 50,00 50,00 49,75


Anteil der Abgeordneten die soziale Netzwerke benutzen

  Anteil auf Facebook [%] Anteil auf Twitter [%] Altersdurchschnitt
[Jahre]
Abgeordnete 80,00 51,67 51,63
DP 69,23 53,85 51,69
LSAP 100,00 61,54 48,00
déi gréng 100,00 50,00 52,67
CSV 69,57 47,83 52,00
ADR 66,67 33,33 56,00
déi Lénk 100,00 50,00 61,00

 

Vergleicht man beide Anteile, fällt einem auf, dass Abgeordnete prozentual besser in sozialen Netzwerken vertreten sind als Regierungsmitglieder. Des Weiteren sind die Anteile auf Twitter sowohl für Regierungsmitglieder als auch für Abgeordnete bis auf wenige Ausnahmen wie die LSAP oder die ADR, etwa gleichgroß. Die Anteile auf Facebook sind allgemein sehr groß, schwanken jedoch stark je nach Partei. Dies lässt sich damit erklären, dass Facebook mittlerweile in der Gesellschaft etabliert ist. Twitter hingegen wird momentan hierzulande hauptsächlich von Politikern, Journalisten und politikinteressierten Menschen benutzt.  Man könnte meinen, dass die Benutzung sozialer Netzwerke bei kleinerem Altersdurchschnitt steigen würde, vergleicht man jedoch die Zahlen, merkt man, dass dem nicht so ist. Die Benutzung hängt vielmehr von den politischen Ideologien der Parteien ab: Mitglieder von eher gesellschaftlich liberalen Parteien benutzen eher Facebook als Mitglieder von konservativen Parteien.

Benutzen die Regierungsmitglieder und die Abgeordneten die Accounts auch?

Auf diese Frage kann man keine klare Antwort geben und hängt von den Abgeordneten selbst ab. Bei Facebook-Accounts würde ich die Frage mit Ja beantworten. Diese werden aber meistens dazu genutzt, um für sich und seine politischen Ideen zu werben, anstatt für private Zwecke. Verschiedene Twitter-Accounts werden jedoch gar nicht genutzt, bei manchen ist es sogar schwer, den Echtheitsgrad zu überprüfen. Oft ist es so, dass Twitter-Accounts vor Wahlen erstellt werden und danach kaum noch genutzt werden.

Kann man auch mit den Regierungsmitgliedern oder Abgeordneten über soziale Netzwerke in Kontakt treten?

Dies hängt wiederum vom jeweiligen Politiker ab. Auf Facebook mischt man sich kaum in Diskussionen ein, die unter den Beiträgen entstehen. Schreibt man einen privat an, ist die Chance jedoch groß, dass man eine Antwort bekommt. Wenn man auf Twitter einem eine Frage stellt (und ihn im Beitrag markiert), dann kommt es oft vor, dass man eine Antwort bekommt, oder sogar eine Diskussion mit einem Abgeordneten oder Minister führen kann. Jeder der das aber gelegentlich versucht, merkt, dass man nicht immer eine Antwort bekommt. Da man jedoch davon ausgehen kann, dass verschiedene Politiker einen gefüllten Terminkalender haben und dass sie bestimmt mehr als eine Nachricht gesendet bekommen, ist es auch verständlich, dass manchmal eine untergeht, denn im Gegensatz zu bekannten Politikern aus dem Ausland werden die Accounts nicht von Teams, sondern von den Politikern selbst verwaltet.

Schlussfolgernd wünsche ich mir, dass mehr Politiker soziale Netzwerke benutzen würden. Anstatt nur einen Account zu besitzen, wäre es auch begrüßenswert, wenn sie aktiv an Diskussionen teilnehmen könnten. Dies würde sich perfekt eignen, um zumindest den Puls von einem Teil der Bürger fühlen zu können. Dennoch muss ich zugeben, dass mittlerweile eine gute Diskussionskultur auf Twitter entstanden ist.

Falls Sie schon immer einem Minister, Staatssekretär, Abgeordneten oder sonst einem Politiker etwas sagen wollten, trauen Sie sich! Bedenken Sie aber, dass Sie die Politiker mit gleichem Respekt behandeln, wie Sie gerne behandelt werden möchten. Ich wünsche mir, manche Politiker würden sich ebenso an diesen Leitsatz halten.


 
Kim Greis
@kimgreis
www.kimgreis.eu

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